Mittwoch, 3. Dezember 2014

Millenniumslehrgang endet mit großer Freude

Eigentlich wollte ich ja versuchen, regelmäßige Nachrichten vom Millenniums-Lehrgang zu senden, muss aber zugeben, dass dieses Unterfangen nur mit einem iPhone bewaffnet ziemlich beschwerlich ist. Daher folgt hier nun der Bericht zum Jahrhundertlehrgang anlässlich der Karate WM in Bremen 2014.

Nun, ob es ein Jahrhundertlehrgang war, wird man ja erst am Ende dieses Millenniums feststellen können. Aber sagen kann ich, dass wir auf einem solchen Spektakel noch nicht zugegen waren. Am Freitag dem 31.10. fuhr eine "Vertretung" der sächsischen Wadokai - Abteilung nach Bremen. Nun, das ist nichts Neues, schließlich sind wir regelmäßig in der Stadt und das seit Jahren. 

Nun habe ich die Mitstreiter  gefragt, ob sie wohl ein paar Fragen beantworten würden und vier der siebenköpfigen Truppe, die sich spontan den Namen "HATOKAIER" gab, haben geantwortet. Hinzukommt der Lars Lommatzsch, welcher während der WM als Besucher dazu stieß, als Torsten, Steffen und ich schon nicht mehr in Bremen weilten. 


  Fangen wir mal mit der Evi an:


Evi: Du warst die Erste, die davon sprach, den Volunteer – Job bei der WM zu übernehmen um hautnah dabei zu sein. Wenn gleich wieder eine WM ins Haus stünde, würdest du sofort wieder „ja“ sagen und fast 1,5 Wochen Urlaub dafür nehmen?

Die Antwort auf diese Frage ist „JAAAA“ und ich möchte es ein wenig ausführlicher machen.

Meine Gedanken zur Anmeldung als Volunteer waren: ich wollte nicht nur dabei sein, nein – ich wollte aktiv dabei sein, zum Gelingen der WM in Bremen meinen Beitrag leisten, mitmischen und mitwirken. Schließlich ist es die WM 2014 in Deutschland von MEINER Sportart.

Die Erlebnisse sowohl zum Millenniums-Lehrgang als auch dann im Catering während der Kampfrichterlehrgänge und der WM an sich, waren einmalig, sehr intensiv und unbeschreiblich schön. Schon am ersten Tag in der Küche des Catering habe ich gemerkt, das ist ein knochenharter Job. Die Küche war nicht groß, dafür aber das Küchenteam umso großartiger. Zwei professionelle Köche und viele viele Fleißameisen haben dafür gesorgt, dass es im Volunteer-Restaurant von früh bis spät immer etwas zu essen gab. Mittags gingen geschätzt ca. 500 bis 600 warme Essensportionen über das Buffet weg.


Diese Mengen an Essen, die in dieser Miniküche produziert wurden, waren für mich ein neue Dimension. Die Volos langten auch ordentlich zu, denn Hunger macht böse und das wollten wir auf keinen Fall riskieren.

Zur Championsnight allerdings war die Luft raus. Das gesamte Küchenteam war zum Feiern viel zu
ausgelaugt, erschöpft und müde. Wir verschwanden erstaunlich zeitig in unseren Schlafsäcken. Feiern mussten die anderen ohne uns.

Ich bin auch jetzt noch völlig fertig, müde, kaputt – aber glücklich, denn ich war eine von den vielen Fleißameisen. Ein großer Dank geht an unsere beiden Köche Thomas und Eugen, die ebenfalls als Volos eine außergewöhnlich tolle Arbeit geleistet und es geschafft haben in der Kürze der Zeit ein Super-Team aus uns zu machen. Beim Abschied standen mir jedenfalls die Tränen in den Augen.
Evi

Aber inzwischen hat sich Evi wieder erholt.
  
* * *




Steffen: Am aufgeregtesten warst sicher du, denn am vierten Tag nach der Anreise stand eine Millenniums-Prüfung an, die im Leben eines Karateka so einige Bedeutung hat. Konntest du denn in den Turnhallennächten ruhig schlafen und wie fandest du die Unterbringung für uns Lehrgangsteilnehmer? Da war noch was: Ach so, wie fühlt man sich als Träger eines schwarzen Gürtels? 

Insgesamt war der Millenniums-Lehrgang ein echtes Highlight. Wann hat man schon einmal die Chance, an drei aufeinander folgenden Tagen bei so vielen Trainern unterschiedlichster Stilrichtungen zu trainieren. Der mit der verbesserungswürdigen Organisation einhergehende Anstehfrust des ersten Tages, legte sich nach kleinen Verbesserungen des Ablaufes glücklicher Weise an den darauf folgenden Tagen. Wegen der langen Warteschlangen war es leider nicht möglich, alle der erhofften Tatami-Zugangskarten zu ergattern. Immerhin schafften es aber Torsten und ich jeweils an 17 Trainingseinheiten teilzunehmen. Die meisten Übungseinheiten machten echt viel Laune und die Trainer begeisterten mit ihrem Können. Bei einigen wenigen Einheiten trainierten man dann schon weniger freudig mit, aber immerhin mit dem guten abschließenden Gefühl bzw. gar Wissen, selber bei der richtigen Stilrichtung gelandet zu sein. ;-)

Die hohe Schule bei einem Lehrgang ist allerdings die Kunst des Einschlafens in einer Turnhalle
voller Schnarcher. Zumal dann, wenn der lauteste von denen direkt neben dem (bzw. gefühlt im) eigenen Ohr sein Können in allen Facetten zum Besten gibt. Meine Strategie in der zweiten Nacht „zeitiger hinlegen und schneller einschlafen!!!“ - ging leider schief, weil ich mich dazu verleiten ließ, mein Prüfungsprogramm gedanklich durchzulaufen. Ich war damit noch nicht ganz fertig und der Meister des vielseitigen Schnarchens betrat seine Bühne bzw. legte sich in sein extra hochgepumptes Komfortbett, um von dieser Warte wiederum alle seine Fans zu begeistern. Ab der dritten Nacht lief es dann allerdings besser. Die erfolgreiche Strategie: Nach dem Genuss von reichlich Bier und insbesondere Rotwein (man nehme mindestens 0,5 besser 0,75 Liter trockenen Dornfelder oder Spätburgunder) sehr spät - besser erst morgens 3:00 Uhr - und somit schön müde in die Koje kriechen.

Der Nebeneffekt: Schöne entspannte Gespräche mit allen Nachtschwärmern, insbesondere natürlich den mitgereisten „HATO-Kai’ern“ J. Auch dafür hatte sich die Anreise bereits gelohnt.

Allerdings war ich am Prüfungstag irgendwie zunächst extrem müde. Mein Körper wollte scheinbar nach 3 Lehrgangstagen aus Gewohnheit auf den „Regenerationsmodus“ schalten. Nach der erfolglosen Einnahme eines Kaffee, kündigte ich daher auch Torsten an, dass er mir zur gegebener Zeit eine weckende Ohrfeige verabreichen müsse. Glücklicherweise wurde dann kurz vor der Prüfung die Turnhalle frei und ich konnte mich warmlaufen und auch die Partnerübungen mit Torsten noch einmal durchgehen. Ich wollte vermeiden, dass es nach drei Tagen voller anderer, teilweise völlig neuer Techniken und Partnerübungen irgendwie bei den Prüfungselementen zu „Startschwierigkeiten“ kommt.

In der Prüfung selber wurde ich dann nach (oder vielleicht sogar schon während ;-) der ersten
Kihontechnik hellwach. Auch der sich bis dahin vom Schlummertunk her etwas dumpf anfühlende Schädel hellte sich blitzartig auf. So zog ich freudig meine Bahnen und war einfach nur heiß darauf endlich „abzuliefern“. Auch beim Kata- und Kumiteanteil fühlte ich mich richtig gut.

Zu 100 % perfekt ist wohl kaum eine Prüfung – so lautete denn auch Elke’s Urteil: „Bis auf einigen Problemchen bei den Keri-Waza, souverän bestanden.“ Es gibt Leute, die meine Keri-Problemchen kennen. Ich gehöre auch dazu und kenne meine Verbesserungspotentiale. Zunächst einmal freue ich mich aber, einen weiteren Meilenstein geschafft zu haben. An dieser Stelle großen Dank an alle, die mir bis zu diesem geholfen haben.
Steffen


Lydia: Karatetechnisch gesehen warst du die Jüngste. Aber damit will ich ja nur ausdrücken, dass du nach langer Pause einschlägig wieder bei HATO eingeschlagen bist. Das größte Event im ersten Neukaratejahr nun die WM. Was überwog, Millenniums-Lehrgang oder Küchendienst?

Seit meiner zehnjährigen Pause vom Karate, war der Millenniums-Lehrgang nicht mein erster Lehrgang seit Wiedereinstieg, aber der Größte. Beeindruckend war es für mich, wie die vielen Stilrichtungen Hand in Hand an diesem Lehrgang teil- und jeder etwas für sich mitgenommen haben.
Im Anschluss an den Lehrgang begleitete ich zusammen mit Evi und Michy noch die WM als Volunteer. Welche Eindrücke dabei überwogen, kann ich gar nicht sagen.



Ich fand es für mich sehr beeindruckend, eine solche Großveranstaltung, eine WM und einen Lehrgang vorweg, also Leistungs- und Breitensport gepaart, zu begleiten. Ich habe für meinen Teil aus allen Bereichen viele Erfahrungen und neue Freunde mitgenommen. Und das sogar beim Küchendienst! ;-)
Lydia

 * * *


Lars Lommatzsch: Durch die anderen lieben Freunde der „HATOKAI“ Gruppe bekam ich mit, dass du und Franzi WM-Tickets erworben haben müsst. Schildere doch bitte mal, was du in der ÖVB – Arena so erlebt hast und was dir am besten in Erinnerung bleiben wird.

Die Karate-WM in Bremen war ein fantastisches Ereignis. Wir konnten noch für Donnerstag und
Freitag Karten bekommen und haben uns damit spannende Vorrundenkämpfe ansehen können. Es war sehr beeindruckend wie gut trainiert die Athleten waren. Die Begegnungen waren sehr spektakulär und es war eine Vielzahl an Techniken in präziser Ausführung zu sehen. Am meisten wird uns wohl das Kata-Team Damen und die Kämpfe von Duygu Bugur in Erinnerung bleiben.
Lars


* * *

Torsten: Du gestattest, dass ich mal etwas frecher frage. Um den Partner für Steffens Prüfung zum 1. Dan hättest du auch erst am Montag anreisen brauchen. Ich glaube aber, du hast die Teilnahme am Lehrgang nicht bereut. Erzähl doch mal, warum.

Natürlich hätte ich erst am Tag der Prüfung anreisen brauchen. Dies ist ja seit November/Dezember 2013 auch so geplant gewesen.

Das heißt:
3.11.2014 Anreise Bremen
4.11.2014 Dan-Prüfung
5.11.2014 Heimreise


Zum Zeitpunkt der Planung habe ich noch nicht vernommen, dass der 31.10.2014 ein Feiertag ist.
Das wurde mir und Steffen erst etwas später bewusst. Am 25.September hatten wir ja 25.Jahre Wado-Kai mit Lehrgang und Feier. Da hat uns Evi gefragt, ob wir mit beim Millenniums-Lehrgang dabei sind und ob wir mit in der Halle übernachten. Steffen kam darauf hin gleich zu mir und meinte, nur zur Dan-Prüfung zu erscheinen ist nicht gut. Und somit hat sich unsere Planung etwas verändert.


Das heißt:
31.10.2014 Anreise Bremen
1.-3.11.2014 Millenniums-Lehrgang
4.11.2014 Dan-Prüfung
5.11.2014 Heimreise

Der Millenniums-Lehrgang selber war eine große Bereicherung für mich und auch für jeden anderen Karateka. Nicht nur das man von früh 9.00 Uhr bis abends 19.00 Uhr trainieren konnte. Sondern das jeder Karateka seine eigene Trainingsinhalte auf 8. Tatamis zusammenstellen konnte. Da es insgesamt 86. Trainer aus unterschiedlichsten Stilrichtungen gab, war die Entscheidung über die nächste Trainingseinheit nicht immer einfach. Schön fand ich auch, dass es nicht nur die klassischen Karateeinheiten gab, also Kata, Kihon oder Kumite. Sondern auch Einheiten über Karate spezifische Erwärmung und Dehnung bis hin zum Qi-Karate.

Das eine oder andere werde ich bestimmt im Kindertraining mal mit einbringen.

Nicht nur der Millenniums-Lehrgang war schön und bereichernde. Sondern auch die Abendgestaltung mit Hato.
Torsten
* * * 

Etwas spontan entschied ich mich erst zu unserem Wadokai-Jubiläum, den Millenniums-Lehrgang zu besuchen. Kurz hatte ich zu Jahresbeginn überlegt, ob der sogenannte Volunteer- Job was für mich wäre, ich bin aber davon abgekommen. Erst als Evi, Lydia, Lars davon sprachen und Steffen mit Torsten ja auch Großes vorhatten, trat ich der Gruppe bei.

Einen solchen Lehrgang hatte ich noch nie besucht. Den ersten Abend verbrachten wir auf dem Rummel, wie wir Sachsen sagen würden. Es ging auf den Bremer Freimarkt. Manche meinten, Steffen und ich sollten eine Mutprobe ablegen, was wir auch taten (Siehe oben)





Das Wochenende begann also ziemlich zünftig. Was man hier auch gleich richtig sehen kann. Der erste Lehrgangstag begann mit einer Steh- und Warteübung. Zumindest konnte man dabei gemeinsam rätseln, welche Einheiten man denn gern erleben würde. Klar war natürlich, dass die Millenniums-Trainer Dr. Elke von Oehsen und Peter Mixa besucht werden mussten. Übrigens, HATOKAIER - Damit bekommt ein kleiner Teil von HATORIANERN und WADOKAIERN einen gemeinsamen Namen.





Natürlich mussten wir auch Rob Zwartjes besuchen und froh bin ich, dass da ein Hatokaier ein Foto gemacht hat. 

 






Den "Alten" hatte ich wohl 15 Jahre nicht mehr zu Gesicht bekommen, an Dresden erinnerte er sich gern...





 



Peter Mixa erklärte in seinen Einheiten die "36 Kumite Kata" Dabei hatte ich übrigens einen Shotokan - Partner, der davon total begeistert war, nein er war völlig aus dem Häußchen geraten.





 




Bei Dr. Axel Bienhack besuchten Torsten, Steffen und ich das "Vier - Elemente - Training" (Erde - Feuer - Wasser - Luft). Für mich war das ja förmlich Pflicht. Die erforderliche Menge an Trainingseinheiten zur Verlängerung der Karatelehrer - Lizenz habe ich geschafft.







Peter Mixa brachte mich auf den Gedanken, die Einheit von Lothar Ratschke zu besuchen und dieser Tipp war auf jeden Fall Gold Wert. 

Der teilweise rasante Wechsel zwischen den Einheiten machte es nicht gerade einfach, dass man alles behielt. Auch daher müssen viele ungenannt bleiben. 




* * *


Was bleibt? Die Erinnerung an ein wunderschönes Wochenende mit Freunden, welche ich am Montag bereits sehr ungern verlassen musste. Darüber werde ich mich wohl noch etwas weiter ärgern. Ob es nun die verpasste Danprüfung mit sage und schreibe 19 Teilnehmern war, oder die Weltmeisterschaft selber; ja letztlich war der Entschluss gegen einen Volunteerjob wohl falsch.


Aber die nächsten Karate - Events kommen bestimmt. Schon in vier Wochen sieht man sich in Reinbek wieder. Da besuchen wir dann wie jedes Jahr die Uli.

Uwe Rennicke

PS: Die Bilder mit dem DKV - Logo stammen von der Webseite des Deutschen Karateverbandes. Hier gibt es noch mehr zu sehen. 



Sonntag, 16. November 2014

David Maddox hat es geschafft.

Das Kinderbuch meine ich. AKI und NIBIS POLARABENTEUER. Dem einen oder anderen ist es schon begegnet.
David Maddox hat es auf der Büchermesse SCHRIFTGUT in Dresden vorgestellt.

Hier nun eine Rezension zu diesem sehr schönen Buch.

Ich wünsche euch viel Spaß damit. 
Uwe.

Donnerstag, 30. Oktober 2014

Der Millenniumslehrgang 2014

Packen: Morgen geht es nach Bremen. Nicht, dass eine Fahrt nach Bremen in Karatesachen was Besonderes wäre, aber morgen Nachmittag werden mehrere Dresdner aufeinander-stoßen, die auf dem Millenniumslehrgang anlässlich der Weltmeisterschaft 2014 was lernen wollen.
Bin sehr gespannt und werde das hier dokumentieren.

Viele Grüße
Euer Uwe


Dienstag, 16. September 2014

25 Jahre Karate Wadokai Dresden e.V.

Am 13. Mai berichteten wir vom bevorstehenden Jubiläum eines der "dienstältesten" Karatevereine in Dresden. Nun ist dieses Geschichte und doch nur fast. Ganz am Schluss komme ich noch einmal darauf zurück.

Am 13. September 2014 nun veranstalteten wir den Jubiläumslehrgang mit anschließender Feier an einem der schönsten Orte für eine solche Gelegenheit mitten in der Innenstadt von Dresden. Doch bevor wir davon berichten noch ein paar Sätze zur Geschichte des Vereins.

Wer sich mit der Karategeschichte rund um die Jahre 1989 / 1990 und davor noch in der DDR, beschäftigt, stößt auf eine bewegte Zeit. Bereits einige Jahre vor dem alles veränderndem Jahr 1989 fanden sich ein paar Unentwegte, denen das Angebot von olympischen Judo, Ringen und Boxen nicht unbedingt genügte, man wollte Karate lernen. Um den damals ungefähr knapp 20jährigen Dresdner Raffael Platzer scharte sich dann eine Gruppe, zu der zum Beispiel Wanka Schuster (heute Trainer in Meißen) und André Lischner gehörten. Damals trainierte man sozusagen in der freien Wildbahn und gründete Pseudosportgruppen in Betriebssportgemeinschaften, deren Vorstände es damit nicht so genau nahmen. Woher nahm man aber die Trainer?

Kontakte entstanden zum Beispiel nach Potsdam zu Martin Tauscher, dessen Verein NIPPON Potsdam eine ähnliche Geschichte erzählen kann. So kam man dann zu Peter Wirbeleit, einem Westberliner Karatelehrer, der es auf sich nahm, auch nach Dresden zu fahren und dabei oft einen nur scheinbar unsichtbaren, hinter ihm einherfahrenden Begleiter dulden zu müssen. Solche subversiven Tätigkeiten wie Karate wurden natürlich überwacht. Peter Wirbeleit und später Fodé Cissé, auch ein Steven Cotton waren denn auch über mehrere Jahre hinweig gern begrüßte Trainer auf vielen Lehrgängen des Vereins.

(Peter Wirbeleit & Angela Stelzer im Zeltlager 2000)


Frau Dr. Elke von Oehsen erinnert sich in ihrer am 13.09.2014 leider nicht gehaltenen Rede:


Bremen 1991 ?
"Ich erinnere mich noch sehr genau, als auf dem Osterlehrgang 1990 in Bremen plötzlich Raffael Platzer mit ein paar Leuten anreiste, um mit zu trainieren.
Wir waren doch alle ziemlich erstaunt über diese Resonanz und den Elan zur damaligen Zeit, sich aus dem Osten auf den Weg zum Lehrgang nach Bremen zu machen. 




Sachsen in Bremen aber 1999
Angefangen hatte das Ganze schon lange vorher, weil bereits auch in der DDR Karate betrieben wurde, vor allem unterstützt vom Berliner Karate Verband, d.h. von Peter Wirbeleit und Fodé Cissé. Der Berliner Karate Verband hatte auch daran mitgearbeitet, dass die Satzung in Sachsen dann analog zu den DKV-Vorgaben erstellt wurde, was die Integration und Zusammenarbeit mit dem DKV sehr vereinfacht hat und so wurde Sachsen als einer der ersten Ost-Landesverbände in den DKV aufgenommen."

Kurz gesagt, der eigentliche Beginn unseres Vereins liegt etwas im Nebel der Geschichte für die Karateka, die heute im Verein trainieren und ihn präsentieren. Fakt ist aber, dass durch diese schnelle Arbeit von Raffael Platzer und seinen Freunden nicht nur unser Verein sondern im weiteren auch eine Reihe anderer gegründet wurde. Als Mitgründer des DDR - Karateverbandes und des Sächsischen Karatebundes, dessen Vorsitzender Raffael Platzer lange Jahre war, prägte der erste sächsische Danträger des Wado Ryu Karate, die Entwicklung dieser Kampfkunst maßgeblich mit.

Ostern 2014: Man sieht, Teruo Kono ist prägend.
Zum Jubiläum konnten wir also Freunde aus mehreren Vereinen begrüßen. Stellvertretend seien genannt Evelyn Leppich von HATO Dresden e.V., Uwe Weickert vom PSV Dresden e.V., Frank Bormann von Okinawa Dresden e.V., Jörg Dietrich von Ohtsuka Radebeul e.V., Alexander Schulze von Karate Wadu Ryu Meißen e.V.  Es gab einmal Zeiten, da sahen wir uns jeden Monat einmal zu einem Wochenendlehrgang, meist in Dresden. Wir begrüßten zum Beispiel Meister wie Rob Zwartjes, Peter Wirbeleit, Peter Mixa und vor allem Sensei Teruo Kono, den von allen verehrten Meister aus Hamburg an der Elbe, was natürlich verbindet. Mit seiner Osterlehrgangsaktion legte Raffael auch dafür den Grundstein.


Inzwischen ist es um das Karate etwas ruhiger geworden, in den Neunzigern war dieser Kampfsport ein richtiger Boom und viele wollten es wohl manch bekanntem Kampfkunstschauspieler nachmachen, bevor dann der eigene ernsthafte "Weg zum Schwarzgurt" begann. Heute nun trainieren eine ganze Reihe von Karateka in Sachsen den "Weg des Schwarzgurtes" und damit auf den Spuren von Hanshi Teruo Kono* (8. Dan), begleitet von Dr. Elke von Oehsen (7. Dan), Peter Mixa (7. Dan), Werner Buddrus (6. Dan). Alle drei waren am 13. September 2014 unsere Gäste, wobei wir den Dr. Jürgen Fabian (5. Dan) nicht vergessen wollen, der aus Koblenz nach Elbflorenz reiste.

Wenn Gäste zum Geburtstag kommen, bringen sie meist etwas mit. Elke, Peter, Werner und Jürgen erfüllten uns den Wunsch, einen knapp fünfstündigen Lehrgang rund um die Kata CHINTO zu gestalten.**


Das machten Sie natürlich ganz hervorragend. Warum die Chinto? Nun, die Schwarzgurte tun gut daran, diese Kata aus dem Programm zum 1. Kyu und zum 1. Dan immer mal wieder zu wiederholen, schließlich müssen die Trainer unter diesen den künftigen Schwarzgurten hier zur Seite stehen. Für die Freundinnen und Freunde, welche sich noch auf dem Weg zum Schwartzgurt befinden, ist die Kata schwierig und anspruchsvoll und doch nicht allzu weit weg, als das man sie nicht üben und schon mal lernen könnte. Unser aktueller Dananwärter Steffen erklärte dann diesen Lehrgang zur besten Prüfungsvorbereitung, die er sich nur wünschen konnte.Die Kata als solche, der Ablauf in Sequenzen bis zum Gesamtdurchlauf (Elke) Übungen zum Bunkai unter Beachtung vitaler Punkte (Werner), Aspekte der Selbstverteidigung (Peter) und das spezielle Training einzelner Bestandtteile und Techniken (Jürgen) waren Inhalt der Trainingseinheiten. Für Kaffee und Getränke, Brötchen und Würstchen wurde gesorgt.

In der Mittagspause gab es für Marie-Luise, Dominik, Nathalie, Edgar, Mark und Leonhard ihren ganz persönlichen Höhepunkt, denn sie bestanden ihr nächste Gürtelprüfung unter den strengen Augen von Frank und Eric. Wir gratulieren euch herzlich und wünschen weiter viel Spaß und Erfolg. Trainer Torsten ist sichtlich stolz auf seine Bande.


Das habe ich auch so zum ersten Mal erlebt: Nicht nur, dass sich  Elke, Peter, Werner auf den Weg vom hohen Norden nach Dresden machten, sie brachten auch noch gewichtige Geschenke mit. Das "Blaue" Buch zum Sanbon - Kumite, welches sie vor einigen Jahren erstmals verlegten. Für jeden der Lehrgangsteilnehmer eins. Dazu möchte ich noch bemerken, dass dieses Buch nicht nur dem Schüler sondern auch dem Trainer hilft, nicht nur das Sanbon - Kumite zu verstehen, sondern auch in den verschiedenen Anwendungen, zum Beispiel in Selbstverteidigungssituationen zu üben. Ganz vielen lieben Dank für das Geschenk, es ist nicht nur wertvoll sondern auch rundrum nützlich.

Abends dann in das Restaurant Café Brühlscher Garten & Kanonenhof. Die Vereinsmitglieder feiern mit Verwandten und Freunden das Jubiläum mit einem zünftigen Grillbuffet. Unser erster Vorsitzender Frank Kulus eröffnete die Feier und vergaß auch einen kurzen geschichtlichen Exkurs und den langjährigen Vorsitzenden Raffael Platzer nicht, welcher natürlich ebenfalls zugegen war. Überall fanden sich immer wieder neue Gruppen zusammen und schwatzten und lachten über alte und aktuelle Zeiten. Die "Hatorianer" beschenkten unseren Verein dann mit der schönsten Fahne***, die man sich denken kann. Der Entwurf aber stammt von Silly, die sich dabei wieder einmal besonders kreativ zeigte.

Eine kleine Bildershow lies Rückblicke zu bis dann gegen 23:00 Uhr der Höhepunkt begann, die Feuershow von 360oEvent. Danke Ingo, die Idee war nicht nur feurig, sie war richtig Spitze. Die große feurige 25 erinnerte uns an den Grund dieser Feier, zu der ich nun noch sagen muss, dass sie, wenn man das offizielle Gründungsdatum nimmt, noch nicht so hätte stattfinden dürfen. Allerdings erzählte ich ja weiter oben von den Anfängen und so, da kann man dem Raffael Platzer durchaus glauben, hätten wir auch 30 Jahre feiern können.




Karate Wadokai Dresden e.V.: Ein Verein, der sich durch Höhen und Tiefen bewegte, mit Wettkampferfolgen, groß angelegten Zeltlagern, Lehrgangsreisenden mit sommerlichen Frankreichambitionen, mit großen Zielen und viel Arbeit, die wir nicht vor uns herschieben sollten:
Nicht nur mit den Trainern und Freunden, die am Wochenende dabei waren, werden wir unsere Ziele erreichen.

* * *
Mit dem Blick auf die Waldschlößchenbrücke begrüßten wir am Freitag Abend unsere Stilrichtungstrainer Elke, Peter, Werner und Jürgen, nicht zu vergessen André Jätzschmann, der die Fahnenübergabe leitete, in der Waldschlößchen - Brauerei. Auch Angela (liebvoll als "Taffi" in Erinnerung) war dabei, ebenso die Hatorianer Evi, Mario und Lars.Verabschiedet haben wir die Trainer am Sonntag Morgen beim Brunch (Rauschenbach Brunch) im Schatten der Kreuzkirche.

Lassen wir Elke von Oehsen noch einmal zu Wort kommen:


Der Ursprung dieses "... Vereinsjubiläum, ... ist gleichzeitig der Beginn des Zusammenwachsens des Wado-Ryu-Karate in Ost und West.
Wir Trainer wünschen euch hier in Sachsen, dass ihr auch in Zukunft so eng und so vertrauensvoll zusammen arbeitet wie ihr das in der Vergangenheit praktiziert habt. Bleibt weiter so aktiv und engagiert und schafft auf den Lehrgängen hier eine so tolle Atmosphäre mit eurer besonderen sächsischen Art.

Ein berühmter Spruch im Karate heißt: "Karate no shugyo wa issho dearu" oder "Karate üben heißt, es ein Leben lang zu tun". Jeder mag für sich entscheiden, ob dieses Motto erstrebenswert oder eine Drohung ist." 


Wenn eine kleine bunte Truppe solche Freunde und Trainer hat, dann ist dieses Motto ein erstrebenswertes.

Euer Uwe Rennicke

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Nicht vergessen wollen wir hier, dass dies natürlich auch Freunde der Vereine Ohtsuka Radebeul und Okinawa Dresden tun, die den Schritt zur Stilrichtung Wadokai (Kono - Stil) nicht taten. Schön, wenn letztlich die ersten Jahre immer noch verbindend wirken.
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Da wir uns meist auf Bundeslehrgängen "herumdrücken" mussten wir die leicht verschütteten Kenntnisse zum Thema "Wie ziehe ich einen Lehrgang auf?" wieder hervorkramen.
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Das Gestell für die Flaggenpräsentation war auch ein durchaus bemerkenswertes Produkt einiger Gesellen.
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Montag, 12. Mai 2014

25 Jahre Karate Wadokai Dresden e.V.

1989 - 2014


Um den genauen Entstehungszeitpunkt von Wado-Kai Dresden ranken sich die verwegensten Geschichten. Kühne Spekulationen mit Jahreszahlen, die von vielen Dekaden des Dresdner Kampfsports philosophieren, schwirren von Ohr zu Ohr - und sind doch nur Jägerlatein. Manche Vereinsfreunde sprechen darum gar mit zwinkerndem Auge von der „Wiege des Budo“, wenn sie an Wado-Kai Dresden denken. Ganz so prahlerisch begeht der älteste Wado-Verein Sachsens sein diesjähriges Jubiläum freilich nicht. Aber immerhin war der sportliche Anfang durchaus abenteuerlich, wie auch die folgenden Jahre eine sportliche und organisatorische Aufbauleistung brachten, die ihresgleichen sucht.

Bereits in den frühen 1980er Jahren fand sich eine erste Trainingsgruppe, die auf Hinterhöfen, in Fabrikgeländen, im Wald und manchmal auch als Judoverein getarnt in renovierungsbedürftigen Turnhallen aus geschmuggelten, mehrfach kopierten Lehrbüchern die ersten Schläge, Tritte und Kata lernten. Verbindungen wurden in den „Westen“ geknüpft,  und bald kam in der Person Peter Wirbeleits Unterstützung, der, aus West-Berlin von der Zonengrenze bis zum Trainingsort von der Stasi verfolgt und bedrängt, die ersten Lehrstunden gab. 


Mit dem Fall der Mauer war der Weg dann endlich frei zur sportlichen Entfaltung. Die nun einsetzende Aufbauarbeit ist mit Raffael Platzer verbunden, der an der Gründung des Karateverbandes der DDR führend beteiligt war und in Dresden und ganz Sachsen noch heute bestehende Vereine ins Leben rief. Als langjähriger Vorsitzender des Sächsischen Karatebundes (SKB) wurde er für seinen unermüdlichen Einsatz mit der silbernen Ehrennadel des SKB ausgezeichnet. Er konnte nun mit Gründungsjahr 1989 Wado-Kai Dresden offiziell im Vereinsregister eintragen lassen und blieb der Vorsitzende und Cheftrainer über viele  Jahre hinweg. 

Eine Hochkonjunktur brachte übervolle Hallen und Dojos, Talente wurden entdeckt und gefördert und Einige blieben dem Sport auch bis in die Gegenwart treu. Diese Urgesteine gehören mittlerweile zum unverzichtbaren Inventar des Dresdner Karates. In harten, schweißtreibenden Trainingseinheiten mit Kihon und Kumite wurde der Grundstein eines soliden Karate-Do gelegt. Doch dieser Weg war beschwerlich. Zum Glück gab es monatliche Lehrgänge, auf denen auf breitem und langem Erkenntnispfad der bissige Kampf  zur eleganten Kunst ausgeformt wurde. So kam zum Enthusiasmus der Sportler und Trainer die Qualität der Lehrer und Meister hinzu. Die Sensei Kono, Arakawa, Imai, Zwartjes und Mixa waren dabei gern gesehene Gäste. Eine besondere Lehrer-Schüler-Beziehung entstand, so daß noch heute Dr. Elke von Oehsen, Peter Mixa und Werner Buddrus den Karate-Weg begleiten. 

Bremen 1999 mit Teruo Kono und Shuzo Imai **
Das unermüdliche Üben wurde auch belohnt: Meistergrade wurden erreicht, Trainerlizenzen erarbeitet sowie auch sportliche Erfolge erkämpft. Auf sächsischen Meisterschaften und vielen anderen Turnieren wurden Pokale und Medaillen geholt – und viele mußten feststellen,  daß im Mannschaftskumite Kampfesmut und Kampfgeist über körperliche Größe und Reichweite dominieren können (denn der größte Teil unserer Recken kämpfte unter der 70 kg Marke). Besondere Belohnung der Mühen war die Aufnahme einiger Sportler in den Kader der Wado-Nationalmannschaft und die Reise einer Dresdner Abordnung zum Wado-World-Cup nach Tokio 1999.  

gleich drei erfolgreiche Prüfungen zum Dan 2010 ***

Doch nicht nur sportlich ist Wado-Kai ein Begriff in der Fachwelt, denn die Dresdner Feierkultur wurde schnell überregional bekannt. Daß dies heute immer noch so ist, wird Wado-Kai Dresden am 13. September 2014 beweisen. Mit einem großen, ganztätig angesetzten Lehrgang (Ausschreibung unter www.wadokai-dresden.de) unter hochkarätiger Anleitung wird der Verein seine 25-Jahrfeier begehen. Alle Neugierigen, Freunde, Mitglieder und einstige Wegbegleiter sind herzlich zu diesem Ereignis willkommen. Gutes Essen, Unterhaltung und Spaß mitten im historischen Dresdner Zentrum werden dieses Jubiläum abrunden.

Eric Kaden

** Sachsen in Bremen 1999, darunter viel unseres Vereins
*** Fünf  Dresdner Danträger 2 x 3. Dan, 2 x 2. Dan und 1 x 1. Dan, davon drei aus unserem Verein. In der zweiten Reihe:  Werner Buddrus (6. Dan), Peter Mixa (7. Dan) und Dr. Elke von Oehsen (7. Dan) - das sind die ohne Urkunde



Eine ebenfalls sehr interessante Geschichte über den Beginn des Karate außerhalb Berlin (West) und der sogenannten "BRD", aber immer noch mitten in Deutschland hat der Verein Karate Klub Nippon Potsdam e.V. aufzuweisen. Aus deren Reihen stammt auch das oberste Bild, welches vor einigen Wochen Martin Tauscher, alter Freund und Mitkämpfer (Foto ganz links) zur Verfügung stellte. Ähnlichkeiten sind nicht von der Hand zu weisen. Auch ein Hinweis auf die ersten Kontakte unserer Vereine ist in der Vereinsgeschichte der Potsdamer Freunde zu finden. Schaut doch mal rein.
(Uwe Rennicke)